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CRM Evolution

Der Lean-CRM-Ansatz

Auf Idealliniezum Kunden

Lean CRM ist eine Methode, um auf kürzestem Weg messbare Erfolge bei Kundengewinnung, -bindung und -rückgewinnung zu realisieren – durch iterative Überprüfung erfolgskritischer Hypothesen.

Lean CRM ist gleichzeitig das Eingeständnis der Unsicherheiten bei der Einschätzung realisierbarer Ziele – etwa bestimmter Kundenreaktionen – und stellt damit einen Paradigmenwechsel dar. Die Methodik vermeidet die budgetkritischen Irrwege klassischer CRM-Aktivitäten und erzielt deutlich schneller deutlich bessere Erfolge.

Ursprünglich geht der Ansatz auf das Lean Manufacturing zurück, das erstmals von Toyota erfolgreich eingesetzt wurde. Entlehnt ist Lean CRM jedoch der Startup-Szene, von der die Lean-Methodik aufgesogen und stark weiterentwickelt wurde. Für Vertriebs­organisationen ist Lean CRM die Reaktivierung des kundenfokussierten Unternehmertums.

1. Überblick Lean CRM

Herkunft

Erfolgreiche Startups erobern Märkte extrem schnell, risikoarm und erfolgreich. Viele etablierte Vertriebs­organisationen stecken dagegen im Dilemma, sich verändern zu müssen, während Aufwand und Kosten der Veränderung den Nutzen größtenteils wieder verschlingen. Im Wettbewerb setzt sich durch, wer sich die Agilität der Marktbearbeitung bewahrt – die Methodik dazu wird als Lean CRM bezeichnet.

Toyota musste sich in seiner Gründungsphase gegen ein Ökosystem amerikanischer Automobil­konzerne mit gigantischen Losgrößen behaupten. Der Schlüssel war die Just-in-Time-Produktion in kleinen Losgrößen – ohne Effizienznachteil, dafür differenzierter an den Kundenbedürfnissen. Das Lean Manufacturing erwies sich als überlegen und machte Toyota zum größten Automobil­hersteller der Welt.

Ganzheitliches CRM

Lean CRM erfindet das Customer Relationship Management nicht neu: Der Kunde und dessen Wert stehen konsequent im Fokus, die Beziehung ist das tragende Motiv der Marktbearbeitung – über den gesamten Kundenlebenszyklus vom Sales-Funnel über Bindung und Entwicklung bis zur Rückgewinnung. Lean CRM definiert – ähnlich wie Toyota – nicht das Was, sondern dasWie neu: die Methoden, mit denen CRM schnell, risikoarm und erfolgreich betrieben wird.

Hypothesen – der Klügste weiß, dass er nichts weiß

Viele Entscheidungen für CRM-Aktivitäten basieren auf einem Vertrauensvorschuss. Nehmen wir die Einführung eines Kundenmagazins: Die Projektbegründung fußt auf der Hypothese, dass der gesteigerte Gewinn aus verlängerter Kundenlebensdauer die Kosten übersteigt. Die Einflussfaktoren sind unzählbar – niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die Hypothese stimmt.

Validierung – von der Alchemie zur Wissenschaft

Während etablierte Unternehmen das Zutreffen oft voraussetzen und das Projekt budgetieren, geht Lean CRM bewusst mit der Ungewissheit um: Mit möglichst geringem Aufwand werden Annahmen validiert und mit Fakten belegt. Statt eines Big Bang für 50.000 Kunden entsteht eine minimal funktionsfähige Anwendung (MFA) – etwa für 1.000 Kunden in vier Wochen. Anschließend wird die Kundenreaktion gemessen: Sinkt die Kündigungsquote? Wurde das Magazin wahrgenommen und gelesen? Dieses Feedback entsteht mit einem Bruchteil des Aufwands und korrigiert den Kurs frühzeitig.

Vertrauen Sie der Alchemie von PowerPoint-Folien – oder der Wissenschaft messbarer Ergebnisse?

Fazit

Lean CRM verleiht einer Vertriebs­organisation die Agilität eines Startups. Durch kurze Iterationen mit anschließend messbaren Ergebnissen lernt die Organisation extrem schnell, Kundenbedürfnisse zu verstehen – und vermeidet die kostspieligen Umwege großer Projekte.

2. Hypothesen bilden

Wenn im Vertrieb etwas Neues entwickelt wird, geschieht das meist in der Überzeugung, man wisse schon, was man tue. Eine Portfolio-Analyse „zeigt" etwa, dass ein ökologisches Produkt fehlt. Das Produkt wird konzipiert, eingeführt, geschult, flankiert von Marketing – 250.000 € später kommt der gefürchtete Moment: das erste Kundenfeedback. Das Produkt bleibt hinter den Planzahlen zurück.

Der Fehler liegt im Vertrauensvorschuss: Die Analyse hat Trends, Verbraucherverhalten und Wettbewerb betrachtet – aber nicht das sichere Geschäft garantiert. Nach dem Lean-CRM-Ansatz beginnt man deshalb bewusst mit der Bildung von Hypothesen, die den strategischen Zielen näherbringen. Kernelemente einer Hypothese sind immer Aussagen über den Nutzen (Nutzenhypothese), das Wachstum (Wachstumshypothese) und den RoI (Effizienzhypothese). Diese lassen sich in einzeln überprüfbare Hypothesen zerlegen.

3. Minimal funktionsfähige Anwendungen (MFA)

Die MFA ist der kürzeste Weg zum ersten Kundenfeedback. Oft ist es nicht nötig, die gesamte Anwendung vollständig zu entwickeln – erste richtungsweisende Überprüfungen gelingen häufig schon vor dem technischen Grundstein. Der Lean-Prozess erreicht mit minimalem Aufwand eine maximale Lernkurve; Ausgangspunkt ist die MFA, die dann in Sprints weiterentwickelt wird.

Kampagnen-MFA

Kampagnen, bevor das Produkt vollständig existiert (Beispiel: Dropbox) – um das echte Interesse zu messen.

Manuelles MFA

Eine Leistung wird zunächst manuell erbracht (Beispiel: Groupon). Bei ausreichender Nachfrage wird standardisiert und automatisiert.

Prototyp-MFA

Der Kern des Geschäftsmodells wird mit minimalem Aufwand realisiert – etwa ein Kundenportal mit nur einer Kernfunktion.

Ist eine MFA erst einmal vorhanden, beginnen die Iterationen – die Sprints –, um aus dem Prototypen ein echtes Erfolgsprodukt zu entwickeln.

  • IV – Sprints. Schnelle, kurze Wege (folgt in Kürze)
  • V – Messung. Split-Run-Tests (folgt)
  • VI – Strategiewechsel. Wann und wie (folgt)

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